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#36

LEE LOZANO (1930 – 1999) // „No Title (She bites)”, 1962

Kreide auf Papier 22,2 x 30 cm

Lee Lozano war eine amerikanische Malerin, Konzept- und Performance-Künstlerin, von der das Whitney Museum of American Art bereits 1970 eine Einzelausstellung zeigte.

Sie beschäftigte sich in ihren Arbeiten mit Themen wie kultureller Identität, insbesondere der Konstruktion von Weiblichkeit, sowie mit dem Kunstbetrieb selbst.

1971 begann sie ihre berüchtigte Ablehnungsarbeit „Boycott Women“: Sie entschied sich, Frauen zu boykottieren und mit keiner Frau mehr zu sprechen. Was als einmonatiges Experiment begann, um die Kommunikation mit Frauen zu thematisieren, endete mit einer siebenundzwanzigjährigen Unterbrechung jeglicher Zusammenarbeit oder Sprechens mit Frauen.

Die systematische Ablehnung ihres eigenen Geschlechts hielt für den Rest ihres Lebens an. Sie unterbrach effektiv die Beziehungen zu Freundinnen, Künstlerkolleginnen, Galeristinnen und anderen Frauen, die ihre Kunst lange Zeit unterstützt hatten, darunter die feministische Kuratorin und Kunstkritikerin Lucy Lippard. Die Kunsthistorikerin Helen Molesworth verankert diese konzeptuelle Arbeit „Boycott Women“ als radikalste Ablehnung von Kapitalismus und Patriarchat.

Nachdem Lee Lozano sich 1971 von der Kunstwelt New Yorks abgewandt hatte, wurde ihr Werk erst nach ihrem Tod von einem breiteren Kunstpublikum wiederentdeckt. Nach einer Einzelausstellung im P.S.1 im Jahr 2004 erfolgte die Wiederentdeckung Lozanos in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen.

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