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Plautilla Nelli, Das letzte Abendmahl,Firenze, Santa Maria Novella, Walter kratner

PLAUTILLA NELLI (1523 – 1588) // „DAS LETZTE ABENDMAHL“ (1560)

Sieben mal zwei Meter misst das Ölgemälde („Das letzte Abendmal“), das im Museumskomplex Santa Maria Novella in Florenz ausgestellt ist.

Vier Jahre dauerte es, bis die aufwendigen Arbeiten an Nellis Abendmahl 2019 abgeschlossen waren und das Gemälde in Santa Maria Novella ausgestellt werden konnte. Das Kunstwerk von 1560 sei womöglich „eines der bedeutsamsten Bilder in der Kunstgeschichte“, „die erste und vielleicht die einzige“ Darstellung des Letzten Abendmahls von einer Frau der Renaissance, heißt es auf der Homepage des Museums.

Mit 14 Jahren trat die Tochter des Malers Luca Nelli in das Dominikanerkloster Santa Caterina di Siena ein und wurde Schülerin von Fra Paolino da Pistoia. Im Kloster hatte sie – im Gegensatz zu Frauen außerhalb der klösterlichen Mauern – die Möglichkeit, in der Kunst des Malens unterwiesen zu werden. Somit war für sie das Klosterdasein eine Chance, sich den Pflichten einer Haus-Frau zu entziehen, wenngleich sie nicht unter denselben Bedingungen arbeiten durfte wir ihre männlichen Kollegen.  Ihr Zeitgenosse Vasari bedauerte es ausdrücklich, dass ihr das Aktstudium verboten war. Nelli malte großflächige und auch kleinflächige Gemälde. Sie hatte sowohl weltliche als auch kirchliche Auftraggeber.

Das Gemälde sei von Nellis Oberin in Auftrag gegeben worden, um es im Speisesaal des Klosters aufzuhängen. Es sei wohl auch vom gleichnamigen Gemälde Leonardo da Vincis beeinflusst worden. Auf dem Bild wird der Moment dargestellt, in dem Jesus der Überlieferung nach zu seinen zwölf Aposteln sagt: „Einer unter Euch wird mich verraten.“

Wer das ist, teilt Jesus seinen Jüngern in Nellis Interpretation mit, indem er Judas ein Stück Brot reicht. Die Reaktionen darauf schlagen sich vor allem in der Gestik der Apostel nieder: Sie „sprechen mit ihren Händen und tanzen mit ihren nackten Füßen“, sagt die Restauratorin des Bildes, Rosella Lari. Die Hände seien so detailreich dargestellt, dass „sogar die Sehnen, die Adern und fast die abgestorbene Haut um die Nägel“ sichtbar seien.

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