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#31

pfingstART ONLINE 2020 // KURZE VIDEOS

IGMAR JENNER //„allein“

Ein Klangtraum für Violine solo.

Auf einer Oktav-Geige mit speziellen Saiten spielt Igmar Jenner eine Eigenkomposition für Violine solo. Von einer einfachen Melodie ausgehend, transferiert der Künstler seine Gefühlswelt in den musikalischen Kosmos der Ruhe und Melancholie. Berührend. Aber „allein“ – in Zeiten der Pandemie auf die Beziehungslosigkeit zurückgeworfen.

Zur Person:

Geboren 1980 in Berlin. Konservatorium und Kunstuniversität in Graz. 2005 Gewinner eines  Stipendiums für  das  „Henry Mancini Institute“ in Los Angeles. Im Rahmen des Aufenthalts in den USA Studioarbeit und Konzert mit Vince Mendoza, Dave Liebman, Bobby McFerrin, Peter Erskine und anderen. Gründer und Leiter des Streichensembles „String Syndicate“. Gewinner des „Austrian World Music Awards  2010“ mit  dem  Duo  >> Jenner/Mori. Seit  2011 Mitglied des Streichquartetts >> „radio.string.quartet. 

Das Trio Breinschmid, Willeitner und Jenner ( >> „First Strings On Mars“) gründete sich nach einem furiosen Debut-Auftritt beim Jazzopen Stuttgart im Juli 2017.

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pfingstART verzichtet im Jahr 2020 auf alle Veranstaltungen mit Publikum. Konzipiert von >> Walter Kratner und gestaltet von >> Masoud Razavy Pour läuft das Programm in mehreren Folgen und fragt: „Was.Wäre.Wenn?“

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#30

pfingstART ONLINE 2020 // KURZE VIDEOS

WALTER KRATNER // „Nach der Jagd“

Der tödliche Umgang mit dem Dasein.

Ein Fußbad mit wohltemperiertem Wasser dient eigentlich der Entspannung, fördert die Durchblutung und reinigt die Füße. Im Gegensatz zum christlichen Ritualgehabe, wäscht sich in diesem Kurzvideo ein Mann selbst die Füße mit Kernseife und spricht eine Textstelle aus Thomas Bernhards Bühnenstück „Die Jagdgesellschaft“.  

Man hört eine halluzinierte Rückblende mit verstörenden Elementen aus einer Lebensgeschichte. Karge Sprach-  und Bildfragmente über kranke Bäume, einer Jagdtrophäe und erfrorenen Soldaten bilden den Nährboden für einen kurzen Monolog. Zur Waschung nach der Jagd wurde die angeschmutzte „Heimat“ in einem handelsüblichen Kopfkissen abgelegt.

(Möglicherweise blendet Walter Kratner mit den bewusst gesetzten Bildstörungen die Leichenwagen von Bergamo aus.)

„Wenn wir einen Menschen ansehen,

gleich was für einen Menschen,

sehen wir einen Sterbenden.„

(Thomas Bernhard, aus: „Die Jagdgesellschaft“)

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SIEHE AUCH: Ö1 KULTURFORUM , „Walter Kratner – Nach der Jagd“

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#29

pfingstART ONLINE 2020 // KURZE VIDEOS

Klaus Paier & Asja Valcic //„Vision for two – 10 years“

Klaus Paier (accordion, bandoneon), Asja Valcic (cello)

Ihr Tango weckt die Sehnsucht nach dem nächsten Frühjahr. Eine musikalische Botschaft.

Die Kompositionen von Asja Valcic und Klaus Paier verbinden vergangene Epochen mit der Gegenwart in einer unverwechselbaren Sprache. Neugier und Mut sind die herausragenden Tugenden, die die beiden abenteuerlustigen Klangraumforscher zu einer kongenialen Allianz vereint. Ein aufregender Tango, von dem man hofft, dass er nie zu Ende geht.

In Kombination schafft das traumwandlerisch spielende Gespann „eine eigenwillige Schönheit, zu der uns alle Vergleiche fehlen. Energisch atmende Kammermusik, in der Komposition und Improvisation faszinierend verlinkt sind“ (Zit.: Frankfurter Allgemeine Zeitung).

ZUM DUO

Asja Valcic schloss mit 18 Jahren die Musikakademie in ihrer Heimatstadt Zagreb ab. Danach folgten Studien an dem Tschaikowsky Konservatorium in Moskau und an der Hochschule für Musik in Detmold. Sie hat als Solistin u.a. unter Zubin Mehta und Kazushi  Ono gespielt, zu ihren Kammermusikpartnern zählten Mitglieder bedeutender Ensembles wie des Alban Berg, Brodsky und Melos Quartett.

Klaus Paier, österreichischer Akkordeonist und Komponist, studierte am Konservatorium in Klagenfurt Akkordeon, Jazz und Komposition. Er begeisterte auf Konzertreisen in Israel, Frankreich, Italien, Schweden, Polen und vielen anderen europäischen Ländern sein Publikum. Ob solistisch, ob mit Gerald Preinfalk, im Trio mit Stefan Gfrerrer und Roman Werni oder dem >> radio.string.quartet.vienna – Klaus Paier gehört zu den großen europäischen Akkordeonisten von Weltruf.

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# 28

pfingstART ONLINE 2020 // KURZE VIDEOS

FRANZOBEL // „Was die Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind“ (Zsolnay Verlag)

Pay TV und das bigotte Wechselspiel zwischen Meditation und Pornografie.

Corona Tagebüchern steht Franzobel skeptisch gegenüber. Deshalb liest er für pfingstart online aus „Was die Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind“ (Zsolnay Verlag).  Ein Roman über einen Menschen, dessen Leben zur Irrfahrt geraten ist.

Sein Alltag habe sich auch in der Krise nicht wesentlich verändert, meint Franzobel. Doch fühle er sich ein wenig wie in einem Überwachungsstaat, den die Bevölkerung hinnehme. Positiv fällt ihm der reduzierte Konsum auf. Dass Corona die Geschichte verändern wird, glaubt er nicht.

Zur Person:

Geboren 1967 als Franz Stefan Griebl in Vöcklabruck; Studium der Germanistik und Geschichte in Wien. Seit 1989 ist er als freier Schriftsteller tätig und hat zahlreiche Theaterstücke, Romane und Prosatexte sowie Lyrik veröffentlicht und schreibt auch Kinderliteratur. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1995 den Ingeborg-Bachmann-Preis und 2002 den Arthur-Schnitzler-Preis. Am 7. Mai 2020 eröffnet sein Text „Die Säuberung“ die neue Monologreihe des Burgtheaters.

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#27

pfingstART ONLINE 2020 // KURZE VIDEOS

BARBI MARKOVIĆ// „Superziesel und Traube“

„Superziesel und Traube“. Eine kurze Geschichte für pfingstART Online.

Aus der Literatur sind Tiere nicht wegzudenken: Im Märchen verkörpern sie seelische Kräfte, im Mythos treten Götter den Menschen in Tiergestalt gegenüber. In dieser literarischen Miniatur gibt Barbi Markovic liebevoll einem aufgeregten Ziesel ihre Stimme. Das Tierchen bemüht sich um eine Frucht, die für die Mittelschicht der Gesellschaft Sinnbild für Überfluss und Wohlstand bedeutet.

Zur Person Barbi Marković

geboren 1980 in Belgrad, studierte Germanistik in Belgrad und Wien. In Belgrad war sie Lektorin im Rende-Verlag. Sie lebt seit 2009 in Wien, 2011/2012 war sie Stadtschreiberin in Graz, 2009 machte sie mit dem Thomas Bernhard-Remix-Roman „Ausgehen“ (Izlazenje, 2006) Furore. Es folgen Kurzgeschichten, Theaterstücke, Hörspiele sowie zahlreiche Preise. 2016 erscheint der Roman „Superheldinnen“, es ist der erste Roman, den Barbi Marković teilweise auf Deutsch und teilweise auf Serbisch geschrieben hat. Für „Superheldinnen“ erhält sie 2016 den Alpha Literaturpreis, 2017 den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis, 2018 wird  „Superheldinnen“ als Theaterstück im Volkstheater Wien aufgeführt. Zuletzt Hörspiel „Frag die Angst“ im WDR3 und Aufführung des Theaterstücks „Staub“ im Theater am Bahnhof, Graz.

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#26

pfingstART ONLINE 2020 // KURZE VIDEOS

STEFANIE BROTTRAGER // „Wortbilder“

Bizarre Wortkonzepte von „F-uck“ bis „F-rühling“ (und „F-“ wie „V-aterland“).

Die Künstlerin liebt Worte, Bilder, Wortbilder. Die promovierte Philosophin bezieht ihre Inhalte aus dem Zeitgeschehen. Der Alltag liefert ihr die Impulse. Sie findet, „was es schon gibt“ und benennt es mit Wort und Bild. Sie schafft neue Sprach-Konstellationen durch Abschreiben, Nachsagen und Vorschreiben, Verschieben, Beschreiben und Zeigen.

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#25

pfingstART ONLINE 2020 // KURZE VIDEOS

KORNELIA STRAHLHOFER // „Ein Tag“

Über Kabelbinder, Tageszeitungen und eine dicht verwobene textile Welt.

In Zeiten von Post-Virtuality und Internet-Art feiert die Kunst des Webens und Strickens eine Renaissance. In ihren beweglichen Objekten verspinnt die Künstlerin diverse Materialien aus dem Alltag mit Wolle zu freskenartigen Wandteppichen. Das Textilobjekt „Ein Tag“ bedeutet mehrere Monate Arbeit.

Das alte Handwerk Weben lässt mich in längst vergessene Kulturen eintauchen und einen Faden in die Gegenwart spinnen.“ (Zit.: Kornelia Strahlhofer)

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#24

MARKUS RAETZ (1941-2020) // „Der Kopf“ (1992)

Eisen und Granit, Höhe: 178 cm

Am Dienstag (14. April 2020)  ist der Maler, Zeichner und Objektkünstler Markus Raetz 78-jährig gestorben. Markus Raetz war ein Meister des leisen Witzes. Seine Kunst lehrt uns die atmosphärischen Feinheiten der Wahrnehmung.

Die Skulptur von Markus Raetz, die in Eggum (Norwegen) steht, verändert sechzehn Male ihre Form und damit auch ihren Inhalt, während man um sie herumgeht. Von einem Standpunkt aus gleicht sie einem klassischen Portrait, von einem anderen aus steht der Kopf auf dem Kopf. Die umgebende Landschaft ist monumental, voller ständig wechselnder Formen und Farben. Das Meer ist der Gegenpol, in den Farben der Jahreszeiten, erfüllt von der Schönheit der Natur und historischen Erinnerungen. Die Skulptur scheint für den Betrachter mit all diesem in Verbindung zu stehen, wenn dieser ihre Platzierung und ihre Bedeutung mit in die Szenerie einbezieht. (Zit.: Maaretta Jaukkuri)

Raetz ist einer der bedeutendsten Schweizer Künstler seiner Generation. Seine Laufbahn begann in der Aufbruchstimmung der 1960er-Jahre in Bern, als Harald Szeemann die Kunsthalle leitete. Schon 1968 und 1972 wurde Raetz an die documenta in Kassel eingeladen. Nach längeren Aufenthalten in Amsterdam (1969–1973) und Carona (Tessin, 1973–1976) sowie ausgedehnten Reisen nach Italien, Ägypten und Tunesien liess er sich 1977 in Bern nieder, wo er bis heute tätig ist. Neben dem Auftritt im Schweizer Pavillon der Biennale von Venedig von 1988 ist der Künstler regelmässig im In- und Ausland in Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten und ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden.

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#23

CINDY SHERMAN // “ShermanUntitled #414” (2003)

Chromogenic color print Edition 5/6 (147.3 x 99.7 cm)

Cindy Shermans Serie „Clowns“ zeigt nicht die weise-resignativen Spaßvögel aus dem Zirkus, sondern tückische Verführer Marke Hollywood.

Auf die Clowns sei sie gekommen, sagt Sherman, weil sie die vielschichtigen Abgründe eines aufgemalten Lächelns zeigen wollte. Die Abgründe scheinen amerikanischer Natur zu sein. Zweifellos sind sie zunächst very Sherman. Deshalb ist „Clowns“ ihre beste Serie seit langem, die viele ikonische Momente ihrer älteren Arbeiten in sich konzentriert, etwa die unbeholfen inszenierten Hände. Sie gehören, wie die Serie sehr schön zeigt, zum aufgemalten Lächeln. Doch dieses ist nicht das melancholische, weise-resignierte Lächeln, das Europa dem Clown zuschreibt. Shermans Clowns sind Amerikaner, erinnern an Ronald McDonald oder den „Joker“ von Jack Nicholson. Tückische, kommerzielle Verführer oder Hollywood-Clowns, die Angst und Schrecken verkünden.

Sherman selbst spricht in einem Interview mit Isabell Graw davon, dass die Abneigung gegen Clowns in Amerika besonders ausgeprägt sei, weil „sie hier in Werbung, Kindersendungen und Ähnlichem benutzt werden und immer schrecklicher und beängstigender geworden sind“. Nirgendwo also findet sich Pierrot le fou. Glücklicherweise gibt es einmal dieses selige Lächeln. Es bewahrt die Serie vor dem Absturz in die Eindimensionalität.

(Zit.: Brigitte Werneburg, TAZ Berlin)

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#22

WALTER KRATNER // „Bagdad, 12. Juli 2007“

Ein Bildblock in Öl und Graphit auf Fotografie auf Papier (10 Bildtafeln, 30×40 cm)

Kunst Off Space | „Narrenkastl“, Frohnleiten (>> google map)

Vom 1. Mai bis zum 31. Mai 2020 ist der Schaukasten in der Passage am Hauptplatz in Frohnleiten täglich rund um die Uhr frei zugänglich.

Im gläsernen Schaukasten des „Narrenkastl“ sind 10 überarbeitete und grafisch leicht verfremdete Bildtafeln (>> siehe 3 Einzelbilder) aus einer dokumentarischen Filmsequenz zu sehen. Mit diesem mehrteiligen Bildblock erinnert der Konzept-Künstler Walter Kratner an die Veröffentlichung von Videomaterial, das die Ermordung von 25 Zivilisten während eines amerikanischen Hubschrauber-Angriffs im Irakkrieg 2007 zeigt.

Erregen im Allgemeinen bewegte Bilder wesentlich mehr Aufmerksamkeit, als jegliches gedrucktes Material, ermöglichen die hier ausgestellten „Stills“  einen zweiten, künstlerisch verlangsamten Blick auf die Ermordung von Menschen durch Luftangriffe. Es ist ein erstarrter „Tod“, den der Künstler darstellt. Dick verrinnende, blau-schwarze Ölfarbe schwappt zudem vom Bildrand über die einzelnen Aufnahmen. Walter Kratner verfremdet die „Jagdszenen“, das Bildmaterial der US-Militärs zu einem langen, kalten Blick auf das reale Geschehen einer Kriegshandlung, die in Sekundenbruchteilen mit einem Massaker endete.

Die Veröffentlichung des Videos „Collateral Murder“ im Jahr 2010 führte zur Verhaftung Chelsea Mannings und zu Ermittlungen des US-Justizministeriums gegen Julian Assange. Doch die Kriegsverbrechen, die das Video aufdeckte, brachten sonst niemanden in Schwierigkeiten.

Kuratorin: Ulli Gollesch

ANMERKUNG ZUR FARBE PREUSSISCH-BLAU:

Von den Rändern der Bilder rinnt dickflüssig über die überarbeiteten Fotografien des Bild-Zyklus preußisch-blaue Ölfarbe.

Preußisch Blau enthält chemische, giftige Bestandteile, die auch zur Herstellung von Zyklon B verwendet wurden. So ist die Schönheit der Farbe Blau auch mit Blausäure und mit dem Zylon B zumindest verwandt.

>> SIEHE AUCH: Kai Kupferschmidt „Buch über Blau“ / „Blaue Säure

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SIEHE AUCH: >> BezirksREVUE, Graz-Umgebung, Mai 2020 | >> Kronenzeitung, „Fenster zum Krieg“ |

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