Der Bildhauer Karl Prantl

Im Gespräch mit Walter Kratner (2002)

Karl Prantl (1923 – 2010) studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, arbeitet aber seit 1950 ausschließlich skulptural, vor allem in Stein. Seit 1959 veranstaltet er regelmäßig internationale Symposien für Bildhauer, in deren Verlauf er manchmal über Monate hinweg in der Natur arbeitet. Die intensive Begegnung mit der Natur, ihrem Wandel und ihren unbestechlichen Gegebenheiten ist für Prantl eine Alternative zum akademischen Weg. Bei der Bearbeitung seiner Steine denkt Karl Prantl vom Material her. Er folgt ihren Adern und Färbungen, lässt bearbeitete und unbearbeitete Oberflächen miteinander kommunizieren. Seine Steine sind in die Landschaft ausstrahlende Zeichen. Sie erlauben uns über die Dimension des Zeitlichen zu reflektieren, die weit über uns hinaus und in die Vergangenheit zurückreicht.

Karl Prantl, gilt mit Fritz Wotruba als einer der wichtigsten österreichischen Bildhauer. In einer großzügigen Geste stellte er dem „Spirituellen Weg“ einen seiner „Steine zur Meditation“ als Leihgabe zur Verfügung. Bis 2003 war der tonnenschwere Serpentin in der „>> Allee am Weizberg“ zu sehen.

„… Im Laufe einer Wanderung sind wir zu einem Aushub gekommen. Dabei hatte ich die Idee für diesen Steinring. Während des Gespräches sahen wir plötzlich einen jungen Menschen kommen. Er war wie eine Erscheinung! Er hatte ein Gerät – es muss eine Art Metalldetektor gewesen sein – und suchte die ganze Wiese ab. Als er in unsere Nähe kam, fragten wir ihn, was er hier suche, und er antwortete, dass er den Ring seiner Mutter suche. Wer weiß, was sich innerhalb seiner Familie abgespielt hat. Eigentlich traumhaft, dass ein Kind den Ring genau zu der Zeit suchte, als wir den Ort für den Stein fanden.“

„… Und wenn es um Weiz geht, so sind diese Birnenstämme, die Wurzeln und die Äste, Geschenke an unsere Generation. Der Stein war zuerst, und dann der Baum. Aber der Stein lebt länger. Der Stein wird auch zu Erde, wird zu Staub – aber um diese Dimension geht es!“

(Aus einem Gespräch mit dem Autor des Textes Walter Kratner, Pötsching, Burgenland, Herbst 2002)

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