öffentlicher raum

Von der Klachlsuppe zum Hochaltar

FOTO: Walter Kratner, Schwebebalken, Winter 2005

Objekte und Skulpturen von 2002 – 2018

In der oststeirischen 8400-Einwohner-Stadt Weiz bildete der „spirituelle weg“ ein ungewöhnliches Ballungszentrum für kirchliche und weltliche Kunst. Sieben „Orte der Wahrnehmung“ umfasste der sakral-künstlerische Weg, der auch fünf weitere sehenswerte Beispiele zeitgenössischer Kunst namhafter Künstler mit einschloss. Er begann am Hauptplatz in der >> Taborkirche, querte kleinstädtische Urbanität und führte durch einen peripheren Grüngürtel hinauf zur barocken >> Wallfahrtskirche am Weizberg. (>> Zit.:  Marijana Milijkovic, Der Standard, 14.07.06)

>> Walter Kratner | „Von der Klachlsuppe zum Hochaltar“

In 7 Kapiteln: Ein weltlicher Spaziergang mit Kunst und Religion im Barock.

>> Kapitel 1: „Taborkirche.Weiz“
>> Kapitel 2: „Am Weg. Gefängnis. Evangelische Kirche“
>> Kapitel 3: „Schwebebalken und Alte Kegelbahn“
>> Kapitel 4: „Kräutergarten“
>> Kapitel 5: „Porajmos“
>> Kapitel 6: „Weizbergkirche“
>> Kapitel 7: „Emanuelkapelle“

Personenregister: Ingeborg Bachmann, Constantin Brancusi, Paul Celan, Hermann Eisenköck, Alberto Giacometti, Veit Königer, Walter Kratner, Josef Pillhofer, Josef Adam Ritter von Mölk, Karl Prantl, Sebastian Prantl, Maria Theresia von Österreich, Nelly Sachs, Matteo Salvini, Hubert Schmalix, Hannes Schwarz, H.C. Strache, Ceija Stoijka, Fritz Wotruba, Günter Zgubic
VIDEO: Masoud Razavy Pour (2019)

>> Karl Prantl |“Stein zur Meditation“ (bis Dezember 2003)

Serpentinstein, Durchmesser: 2,10M, Höhe: 1.10M, Gewicht: 8 Tonnen

„… Und wenn es um Weiz geht, so sind diese Birnenstämme, die Wurzeln und die Äste, Geschenke an unsere Generation. Der Stein war zuerst, und dann der Baum. Aber der Stein lebt länger. Der Stein wird auch zu Erde, wird zu Staub – aber um diese Dimension geht es!“ (Zit.: Karl Prantl)

> Walter Kratner | „Alte Kegelbahn“ (2001)

Architektonische Skulptur
Nahe der Weizbergkirche wurde kurz vor dem Einsturz eine beinahe sinnlose Anlage gerettet, die einst 17(!) Weizer Kaplänen zum Zeitvertreib diente: die barocke Kegelbahn. Zwei geometrische Körper (Sphäre und Kubus) – in Form von schlagender Einfachheit aus Serpentin gearbeitet – verweisen heute auf diese historische Funktion.
VIDEO: Masoud Razavy Pour

>> SIEHE AUCH: >> Werkbuch 2, „Alte Kegelbahn“ | >> Beschreibung und Chronik

>> Walter Kratner | „Schwebebalken“ (2004 – 2018)

Ein Jahrhundert alter, maroder Pressbaum diente dem Künstler Walter Kratner als „Mahnmal“ der Vergänglichkeit. Nach mühsamer Restauration wurde er auf zwei Glastafeln gebettet und wieder der Natur überlassen. Die Glastafeln wurden 2005 von Jugendlichen mutwillig zerstört. 2018 wurde das Objekt ohne Einverständnis des Künstlers neu eingerichtet.
>> Video-Langfassung | >> Walter Kratner, „Arbeitsheft“ (2004) | >> Beschreibung und Chronik

Walter Kratner | „Porajmos“ (2012)

Die Errichtung des Mahnmals entstand 2012 auf Anstoß der Roma-Künstlerin Ceija Stojka (1933-2013) .Sie wurde 1943 in die Konzentrationslager Auschwitz, Ravensbrück und Bergen-Belsen deportiert. Ceija Stojka (>> Blog #2) überlebte die Todeslager. Mit ihrem Buch „Wir leben im Verborgenen“ hatte sie 1988 maßgeblich Anteil, dass das Genozid an Roma und Sinti endlich öffentlich gemacht wurde.
>> WEBSITE „Porajmos“, Gestaltung und Konzept | >> Video-Langfassung | >> Beschreibung | >> ORF Steiermark

Weizbergs Samt“ | Johannes Rauchenberger

Ein Kunstbuch der anderen Art. Es geht darin um Kirche und Kindheitserinnerung – um himmlische Gegenwelten aus Barock und Pathos, um zeitgenössische Kunst von Schwarz, Kratner bis Schmalix, um das >> zweite Beinkleid der Pietá am Weizberg und Frank Stronachs wundersame Metamorphose zum Kunstmäzen.

>> zur Buchbesprechung

Werner Hofmeister | „Sprechblase“ (2004)

Werner Hofmeister hat für den Kunstweg eine überdimensionale Sprechblase erdacht. Vielleicht nicht nur zufällig im Umfeld von Schule und Kirche montiert, ist das „leere“ Zeichen aus der Welt des Comics ein ironischer Verweis auf die Logo- und Werbeästhetik.

>> pfingstART 2004