EVA HESSE (1936 – 1970) // “Hang Up”, 1966
Acryl auf Tuch auf Holz; Acryl auf Seil über Stahlrohr
Dim.: 182.9 x 213.4 x 198.1 cm
Sammlung: The Art Institute of Chicago
„Hang Up is the most important early statement I made. It was the first time my idea of absurdity, of extreme feeling came through.“ (Zitat: Eva Hesse)
Eva Hesse starb am 29. Mai 1970 im Alter von nur 34 Jahren an einem Gehirntumor in New York. Im Winter 1972/1973 widmete das Solomon R. Guggenheim Museum, New York, Eva Hesse eine große Einzelausstellung: „A Memorial Exhibition“, die in vier weiteren Städten gezeigt wurde. Der Einfluss der Künstlerin wuchs posthum und machte sie zu einer mythischen Figur, nachdem Werke von Hesse auf der documenta 5 in Kassel (1972) in der Abteilung „Individuelle Mythologien: Prozesse“ und auf der documenta 6 (1977) zu sehen waren.
Witz und hohes Analysepotenzial zeigen sich in Eva Hesses Wandobjekt „Hang Up“ (1966). Ein in unterschiedlichen Grautönen bemalter Bilderrahmen hängt an der Wand, ohne in der Mitte ein Bild zu rahmen. Stattdessen hält er ein Stahlrohr, das sich im Raum entwickelt. Eva Hesses Wandobjekt bewegt sich zwischen den klassischen Medien Malerei und Bildhauerei und reduziert sie auf die Gegensatzpaare flächig/raumhaltig, bemalt/unbemalt, aufgehängt/aufgestellt. Das Arbeiten mit einander (normalerweise) ausschließenden Begriffen verleiht den Werken der amerikanischen Künstlerin mit deutschen Wurzeln eine besondere Qualität.