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HELENA HUNEKE  (1967 – 2012) // „Voyeuse“  (1995)

Helena Huneke war Ende der 1990er Jahre Teil der Hamburger Akademie Isotrop. Dieser alternativen Kunstakademie gehörten viele namhafte Künstler, wie auch Jonathan Meese an. Dort entstand eine Ästhetik, die den Prozess, die nicht das Gemachte, sondern das Machen zum Sprechen bringen will.

Es sind diese kleinen, in der Form selbst schon ephemeren Exponate, die davon erzählen, wie eng Huneke ihr Leben mit ihrer Kunst verwob.

Hunekes künstlerischem Denken lag zudem eine Abneigung gegenüber allem Statischen, Abgeschlossenem und Eindimensionalem zugrunde. So suchte sie etwa die Elemente und Motive ihres Werkes nicht in einen endgültigen Zustand zu überführen, sondern kombinierte und arrangierte diese zu immer neuen Gesamtkonstellationen.

„Voyeuse“ heißt ein Objekt von 1995, ein modifizierter Stuhl, der jetzt in Lüneburg steht und wirkt, als habe sich seine Lehne an der Stelle zum Gewächs verselbstständigt, wo sie eine Holzkonstruktion aus kurzen per Gelenk verbundenen Lattenstücken ersetzt. Mit angestoßenen Beinen und zerrissenem Sitzpolster erscheint der Stuhl auch mehr malträtiert als bearbeitet – als sei mit ihm nicht etwas vollendet, sondern angegriffen worden. Eine Ästhetik, die noch einmal aufs Ganze, nämlich auf die Grenzlinie zwischen Kunst und Leben zielt.

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