„MUTANT“ // AKNOON ART GALLERY – ONLINE // TEHERAN
ARTISTS: Anoli Perera (Sri Lanka), Walter Kratner (Austria). Marjan Habibian (Iran, Austria), Hassan Meer (Oman), Nasim Pirhadi (Iran), Jagath Weerasinghe (Sri Lanka); CURATOR: Marjan Habibian (Iran)
The international group show “Mutant” wants to be a cultural dialogue that concerns larger contextual frameworks such as personal and cultural identity. So art is used to communicate different messages within different contexts.
Mutation requires a platform. This matrix could be your mind, your country, your genetics, your path or elements of cultural and religious socialization.
It is possible to overflow the meaning of your mind in the colorful patterns of a textile, a scarf or a cassock. Searching the meaning of mutation you find the answer in the passing of years, days, maybe in the ending of any joy and in the wrinkles of sorrows on a tired face.
It is possible to look beyond the eternal silence and peace in things of daily life which are covered by the dust of the years, or you continue to explore the meaning of mutation with a step forward into the soul of the atom. For find an answer it is even possible to embroider an image on the warm bodies of creatures by genetic manipulation.
We are six artists who have come together from different parts of the world, each representing our own platform in our own particular language. (Marjan Habibian, curator)
Walter Kratners Installation „Der lange Hunger“, eine Art Tisch, hinterlässt in seinen einzelnen Elementen bloß den Eindruck einer Funktion. An den Griffen lässt sich nichts halten und die Stabilität von Metall trügt. Tatsächlich handelt es sich um standardgrau lackiertes, leichtes Holz.
Es wird kredenzt, jedoch keine Armensuppe, sondern preisgünstigere Patronenhülsen, – abgeschossenes und scheinbar scharfes Material. Was bleibt, ist ein letztes Projektil für den finalen Todesschuss. Hier wird nicht der lange Hunger gestillt, sondern perfide Abhängigkeiten als bleibende Ressourcen für das ewig vitale Geschäft mit dem Tod geschaffen. (Zit.: Ina Hof, Kuratorin)
(…) Ausgehend von Impulsen der arte povera und des Designs ist er am Form-Vokabular des Alltäglichen auch in seinen installativen Mobiliar-Konstruktionen orientiert, so dass sich dieses Mobiliar auch als künstlerische Reflexion der Design-Ästhetik lesen lässt. Dies zeigt sich primär in jenen Installationsarrangements, die ihre ursprünglichen Formen in alltäglichen Stühlen, Tischen oder Kleiderkästen haben und in skelettartige Konstruktionen transformiert werden, so dass sie ihre genuine Funktionalität nur mehr rudimentär andeuten und so ihren Gebrauchswert verlieren. Seltsame Reste vermeintlicher Funktionalität wie Griff-Beschläge oder Drehräder verbleiben als Indizien ehemaliger Gebrauchs-Funktionen. (Zit.: Erwin Fiala, Medienwissenschaftler)
WALTER KRATNER // Installationsfragment „Lampedusa 2 / Fragment“ (2015/2019)
Material: Schublade (Holz, geölt), Holz (grau, lackiert), luftgetrockneter Kadaver einer Ratte, Glastafel (ca. 50x60x30cm), Buch, diverse Schraubenzwingen (verrostet, alt); schwarzer Filz (2 x 2 Meter)
Zu sehen von Samstag, 12. September bis 20. September 2020 im Kulturstock 3, Pischelsdorf
Aus seiner Objektinstallation >> „Lampedusa“ (2015) hebt der Künstler 2020 den luftgetrockneten Tierkadaver einer Ratte für ein neues Installations-Fragment gesondert hervor.
Ratten als Metapher können vor allem für die Dehumanisierung von Juden auf eine lange kulturhistorische Tradition verweisen, und dies nicht nur im Sprachgebrauch, sondern auch in bildlichen und filmischen Darstellungen (vgl. z.B. den nationalsozialistischen Propagandafilm „Der ewige Jude“ des Regisseurs Fritz Hippler und seines Drehbuchautors Eberhard Taubert). In dieser Funktion sind sie eng mit dem metaphorisch genutzten Konzept zu Parasit assoziiert.
Das Motiv der Ratten steht 1911 auch in Gerhart Hauptmanns gleichnamigem Bühnenstück für die Unterhöhlung der wilhelminischen Gemütlichkeit durch die Moderne. In Arbeiterbewegung, Sozialdemokratie und Gewerkschaften sah das konservative Establishment gefährliches Ungeziefer, das es um jeden Preis zu vertilgen galt.
Die Verwendung der Ekelmetapher im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik in einer österreichischen Regionalzeitung („Süd-Ost Journal“ vom 27.12.2018), bewog den Künstler zu dieser neuen Ausstellungspräsentation von „Lampedusa“ in fragmentarischer Form.
Wien (OTS) – Nach Meinung des Senats 1 des Presserats verstößt der Artikel „Mit spitzer Feder“, erschienen im „Süd-Ost Journal“ vom 27.12.2018, gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse.
Im Artikel kommentiert der Chefredakteur des „Süd-Ost Journal“ u.a. die Flüchtlingssituation im Jahr 2015 und geht dann auch noch auf Kriminalitätsprobleme in Wien ein. In einer Passage heißt es: „Die Stadt Wien, die einstige Hochburg der Monarchie ist auf dem Wege zur kriminellen Hauptstadt des Staates Österreich. Wie die Ratten hausen sie da, die illegal nach Österreich Eingedrungenen.“
Der Senat betont zunächst, dass Tiermetaphern für Personengruppen aus medienethischer Sicht grundsätzlich abzulehnen sind. Tiermetaphern wie „Wanzen“, „Ungeziefer“ oder „Schweine“ wurden bereits von den Nationalsozialisten benutzt, um Minderheiten, politische Gegner und Straftäter zu entmenschlichen. Auch die im vorliegenden Fall verwendete Tiermetapher („Ratten“) wurde in der NS-Zeit für bestimmte Personengruppen gezielt eingesetzt, so der Senat weiter. Derartige Metaphern sind zwangsläufig von Vernichtungsfantasien begleitet; „Ratten“ dürfen ausgerottet werden. Dieser menschenunwürdige Begriff diskreditiert die Gruppe der Flüchtlinge als solche. Der Senat bewertet die Verwendung des Wortes „Ratten“ für eine Personengruppe sohin als Pauschalverunglimpfung und Diskriminierung (Punkt 7 des Ehrenkodex) und fordert die betroffene Medieninhaberin auf, die Entscheidung freiwillig zu veröffentlichen.
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Zu sehen im Rahmen der Ausstellung „das Wesen Tier in der Zukunft“ im Kulturstock 3 in Pischelsdorf, Österreich
Teilnehmer_innen: Gertraud Enzinger, Elisabeth Gschiel, Christine Guttmann, Christian Kammerhofer, Michaela Knittelfelder-Lang, Sylvia Kölbl, Walter Kratner, Nina Markart, Gertraud Ranegger, Andrea Sadjak, Valerie Varga, Susanne Wechtitsch
Einführung: Roman Grabner, Leiter des Bruseum am Universalmuseum Joanneum Graz // Samstag, 12. September 2020 // 19:00
Ellen Gallagher (*1965 in Rhode Island) thematisiert oft Themen der Rasse, sowie Mythologie und die Dynamik zwischen Geschichte und Gegenwart.
Für mehrere Serien, die Ellen Gallagher in den 2000er-Jahren schuf, verwendete sie Werbeanzeigen für Perücken, Hautcreme, Seife und Shampoo aus afroamerikanischen Lifestyle-Magazinen, die einen spezifischen Augenblick der Sozialgeschichte spiegeln. Insbesondere ist es Werbung für Perücken und andere Bedarfsartikel, die afrikanischen Frauen ein verändertes — weißen Frauen angepasstes — Aussehen versprachen. Gallagher ergänzte die Bilder mit Wülsten aus gelber Knetmasse. Den Afro-Look, Symbol der Black Power, verwandelt die gezähmte Perücke in ein Zeichen der Angleichung und Anpassung.
Die „gelben Gemälde“ Double Natural (2002), Pomp-Bang (2003) und Afrylic (2004) basieren auf Bildern aus afroamerikanischen Lifestyle-Magazinen wie Ebony, Our World und Black Stars aus den 1940er- bis 1970er-Jahren. Die Bilder zeigen, wie der Afro-Look, also natürliches krauses Haar in Mode kam und für die Black Power- und Bürgerrechts-Generation ein wichtiges politisches und ästhetisches Symbol wurde. Gallagher ergänzte die Bilder mit gelber Knetmasse. Diese improvisierten Zusätze lenken die Aufmerksamkeit auf bestimmte Fragmente und lösen die Bilder aus dem historischen Kontext ihrer Entstehung
Die merkwürdigen Hauben scheinen ein Eigenleben zu führen. Sie sind den Meeresorganismen aus der utopischen Unterwasserwelt „Drexciya“ — dem schwarzen Atlantis — nicht unähnlich.
Mit ihren Gemälden untersucht die Künstlerin, wieweit die Perücke als eine Art Haut verstanden werden kann (oder umgekehrt), ob die Perücke etwas Natürliches, die Haut etwas Veränderbares ist, und inwiefern Perücken und Haut etwas im Übergang begriffenes sind.
Braunes Papier, Methylzellulose, Pferdehaar (Dim.: 134,6 x 45,7 x 127 cm)
Eine Gekreuzigte? Ist das Verbeugung, Erschöpfung, Unterwerfung oder der nackte Protest dagegen? Es lässt sich nicht eindeutig ausmachen, die Figur hängt kopfüber. Aber ihre Hände halten die Skulptur wie angenagelt an der Wand – eine weibliche Gekreuzigte mit einer Haut aus Papier. Oder ist es doch ein Mann?
Eigentlich ist das unerheblich, denn die Skulptur erzählt „untitled“, aber ganz unmittelbar von der Verwundbarkeit und der Ausgesetztheit, der machtvollen Präsenz und der Symbolkraft des menschlichen Körpers.
Existenzielle Fragen zu Identität, Eigentum oder Kontrolle des menschlichen Körpers beschäftigen sie. Die Suche nach Antworten führt Smith in die Grenzbereiche zwischen Leben und Sterben, Kultur und Natur.
Kiki Smith wird 1954 in Nürnberg geboren. Vater Tony ist ein berühmter Künstler, Minimalist und Architekt aus dem Kreis der Abstrakten Expressionisten in den USA. Das Mädchen wächst also mit Kunst auf, interessiert sich früh für verschiedene Materialien – ihre Werke bestehen unter anderem aus Glas, Wachs, Haar, Bronze, Stoff und Papier –, sie lebt in der (Sub-)Kultur New Yorks, erlebt, wie die Aids-Epidemie die ersten Opfer fordert, darunter die eigene Schwester. Ein Kunststudium schließt sie nicht ab, dafür eine Ausbildung als Rettungssanitäterin.
Schreibmaschine, Schriftrolle, Alu-Leiter, 3 Bajonette (ca. 250 x 130 x 100 cm)
Zu sehen: 1. bis 22. August, GerberHaus, Fehring, Österreich
„… wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng (…) lässt schaufeln ein Grab in der Erde (…) wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng …“
Diese Zeilen bilden ein unendlich geflochtenes Papierband, das Walter Kratner auf einer alten Schreibmaschine schrieb und überschrieb. Ein unendliches Band an Gräbern – in den Lüften und in der Erde, in der Erde und in den Lüften … Erde und Himmel finden sich verbunden durch eine Möbius-Schleife des Todes … „dein goldenes / Haar Margarete / Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den / Lüften da liegt man nicht eng / “.
(…) die Spuren der Geschichte verlöschen, sie werden seltener, sie werden zitiert und zu einer perversen Art „Disney World“, medial aufbereitet und verfälscht, de- und rekontextualisiert, schließlich bis zum Verlust jeder Aussage „relativiert“ oder gar völlig geleugnet.
(…) Diesen Effekt des „Löschens“ der eigentlichen Information durch Zuviel an Information zeigt der Künstler anhand der beidseitigen und jeweils zweifachen Überschreibung der mühsam mit einer alten Schreibmaschine getippten Zeilen aus Celans Todesfuge, die sich scheinbar unendlich wiederholen. Manche der Buchstabentypen „durchlöchern“ im wahrsten Sinne des Wortes bereits Geschriebenes, andere tilgen die Worte durch zu viel Farbauftrag … würde man weiterschreiben, bliebe nichts als zerfetztes, druckerschwarzes Papier ohne jegliche erkennbare Information. (Zit.: Erwin Fiala, Medienwissenschaftler)
Teilnehmende Künstler_innen: Siegfried Amtmann, Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Gerald Brettschuh, Günter Brus, Wolfgang Buchner, Franz Cserni, Manfred Erjautz, Fredo Ertl, Josef Fink, Hannes Fladerer, Herbert Flois, Richard Frankenberger, Sonja Gangl, Hans Gigerl, Peter Gerwin Hoffmann, Hans Jandl, Franz Janz, Josef Kern, Michael Kienzer, Alfred Klinkan, Lena Knilli, Renate Kordon, Walter Köstenbauer, Walter Kratner, Alois Krenn, Othmar Krenn, Richard Kriesche, Erwin Lackner, Andreas Leikauf, Heinz Günter Leitner, Erika Lojen, Petra Maitz, Stefan Maitz, Heribert Michl, Franz Mocnik-Yang, Alois Mosbacher, Gerhardt Moswitzer, Alois Neuhold, Fritz Panzer, Erwin Posarnig, Hannes Priesch, Willy Rast, Arnold Reinisch, Werner Reiterer, Alfred Resch-Diaz, Kurt Ryslavy, Luis Sammer, Robert Schaberl, Irmgard Schaumberger, Werner Schimpl, Jörg Schlick, Hubert Schmalix, Martin Schnur, Peter Sengl, Hartmut Skerbisch, Herbert Soltys, Thomas Stimm, Ingeborg Strobl, Josef Taucher, Edith Temmel, Wolfgang Temmel, Edgar Tezak, Gustav Troger, Eva Ursprung, Matta Wagnest, Wolfgang Wiedner, Franz Wieser, Bruno Wildbach, Markus Wilfling, Erwin Wurm
Die Ausstellung ist eine Kooperation der Stadtgemeinde Fehring und des Vereins Kultur GerberHaus mit Gerhard Sommer (Galerie Kunst & Handel Graz).
Einführung: Roman Grabner, Leiter des Bruseum am Universalmuseum Joanneum am Dienstag, 11. August 2020 // 19:30
MATERIAL: Buch (ca. 30x15cm), Paul Klatt, „Die 3. Gebirgs-Division 1939 – 1945“, Verlag Bad Nauheim, Podzun, 1958 // Eine originale handschriftlicheTagebuchaufzeichnung, 1943 (A3, gefaltet) // 3 Schraubenzwingen (Höhe: ca. 1M, verrostet) // Filzteppich, schwarz
Bis 22. August 2020 im Rahmen der Ausstellung „Best Of“ im Kunsthaus Weiz (bei Graz, Österreich).
Die skulpturale Arbeit „Broken Book 3“ zeigt Papier im Status zwischen Medium und Material. Als Material wird es in seiner puren physikalischen „Gegenständlichkeit“ gezeigt – zum Buch gebunden ist es ein papierener Erinnerungsspeicher.
Bei der Objektinstallation „Broken Book 3“ handelt es sich um eine aufgeschlagene Publikation des Wehrmachtsgenerals und Kommandeurs Paul Klatt, der sich auch in der Nachkriegszeit bemühte, die Beteiligung der Deutschen Wehrmacht an NS-Kriegsverbrechen zu verharmlosen und mit einem abstrusen Ehrenkodex zu entschuldigen.
Zwischen den gebundenen Seiten dieser Schrift sind originale Aufzeichnungen aus dem persönlichen Kriegstagebuch eines Wehrmachtssoldaten eingeschoben und festgepresst. Dadurch kommen die privaten, persönlichen Kriegserfahrungen in einer öffentlich publizierten historischen Aufarbeitung im Sinne rechtsnationalen Gedankengutes zu liegen.
Die rigide Halterung des „offenen Buches“ mittels eisener Schraubenzwingen verunmöglicht allerdings das Lesen beider Inhalte. Vielleicht auch um den „Ungeist“ in Schranken zu halten. Ebenso ungewiss bleibt, ob es sich beim Verfasser der handschriftlichen Notizen um einen willfährigen Täter handelt, oder ob die Notate unter Miteinbeziehung der Opferperspektive geschrieben wurden.
ABBILDUNG | Buch (ca. 30x15cm), Paul Klatt, „Die 3. Gebirgs-Division 1939 – 1945“, Verlag Bad Nauheim, Podzun, 1958 | Eine originale handschriftlicheTagebuchaufzeichnung, 1943 (A3, gefaltet)
Zu sehen bis 22. August 2020 im Rahmen der Ausstellung „Best Of“ im Kunsthaus Weiz. Teilnehmer: >> Alfred Hrdlicka, Arik Brauer, Daniel Spoerri, Enrique Fuentes, Fritz Pumm, Günter Brus, Günter Grass, >> Hannes Schwarz, Heinz Cipulka, Herbert Soltys, Hermann Nitsch, Hubert Brandstätter, >> Josef Schützenhöfer, >> Josef Taucher, Karl Dobida, Kurt Weber, Oswald Oberhuber, Susanne Bodlos-Brunader, Valie Export, >> Walter Köstenbauer,>> Walter Kratner, Werner Augustiner (Organisation: Kunst & Handel, Graz)
Djerassi Resident Artists Program, San Francisco // Executive Director: Judy Freeland
September, October 2002 // San Francisco, Woodside, CA
Walter Kratner worked in the Djerassi-Program 2002 for a limited selection of usual material – ropes, sickles, nails, wood, felt and burned bread. He arranged and rearranged the objects in different variations on the wall and on the floor to explore elemental forces (pressure, counter weight, decay, etc). These archaic constructions reflect the current social and political situation.
Project-Work: “homeless”
A modern tent is used as an example for perfect technical design of our time. Produced for holydays in the mountains or at the sea, the tent is used very often from the homeless in the streets of San Francisco as a shelter. In the context of the artwork Walter Kratner wanted to show the real dimension of living (space and behaviour). Fixed by massive fastenings with hemp ropes on the wall (as the drawing at the end of the film shows) it doesn’t allow the person (habitant) to sleep, but only to stand up. The installation should give the sense of „sleepless“. (Pressrelease)
Video, Videografik: Masoud Razavy Pour // Scan: Harald Polt
DEUTSCH Ein Klangraum für Violine solo bildet den Abschluss der pfingstART-Kurzfilmreihe. Mit „Amisha“ arrangierte der virtuose Geiger Igmar Jenner eine Komposition des führenden zeitgenössischen Akkordeonspielers Jean-Luis Matinier. Ein faszinierend filigranes Statement klanglicher Eleganz.
ENGLISH A sound space for violin solo forms the conclusion of the pfingstART short film series. With “Amisha” the virtuoso violinist Igmar Jenner arranged a composition by the leading contemporary accordion player Jean-Luis Matinier. A fascinating filigree statement of tonal elegance.
pfingstART ONLINE 2020 // KURZE VIDEOS
IGMAR JENNER //„allein“
Ein Klangtraum für Violine solo.
Auf einer Oktav-Geige mit speziellen Saiten spielt Igmar Jenner eine Eigenkomposition für Violine solo. Von einer einfachen Melodie ausgehend, transferiert der Künstler seine Gefühlswelt in den musikalischen Kosmos der Ruhe und Melancholie. Berührend. Aber „allein“ – in Zeiten der Pandemie auf die Beziehungslosigkeit zurückgeworfen.
Zur Person:
Geboren 1980 in Berlin. Konservatorium und Kunstuniversität in Graz. 2005 Gewinner eines Stipendiums für das „Henry Mancini Institute“ in Los Angeles. Im Rahmen des Aufenthalts in den USA Studioarbeit und Konzert mit Vince Mendoza, Dave Liebman, Bobby McFerrin, Peter Erskine und anderen. Gründer und Leiter des Streichensembles „String Syndicate“. Gewinner des „Austrian World Music Awards 2010“ mit dem Duo >> Jenner/Mori. Seit 2011 Mitglied des Streichquartetts >> „radio.string.quartet.
Das Trio Breinschmid, Willeitner und Jenner ( >> „First Strings On Mars“) gründete sich nach einem furiosen Debut-Auftritt beim Jazzopen Stuttgart im Juli 2017.
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pfingstART verzichtet im Jahr 2020 auf alle Veranstaltungen mit Publikum. Konzipiert von >> Walter Kratner und gestaltet von >> Masoud Razavy Pour läuft das Programm in mehreren Folgen und fragt: „Was.Wäre.Wenn?“
Ein Fußbad mit wohltemperiertem Wasser dient eigentlich der Entspannung, fördert die Durchblutung und reinigt die Füße. Im Gegensatz zum christlichen Ritualgehabe, wäscht sich in diesem Kurzvideo ein Mann selbst die Füße mit Kernseife und spricht eine Textstelle aus Thomas Bernhards Bühnenstück „Die Jagdgesellschaft“.
Man hört eine halluzinierte Rückblende mit verstörenden Elementen aus einer Lebensgeschichte. Karge Sprach- und Bildfragmente über kranke Bäume, einer Jagdtrophäe und erfrorenen Soldaten bilden den Nährboden für einen kurzen Monolog. Zur Waschung nach der Jagd wurde die angeschmutzte „Heimat“ in einem handelsüblichen Kopfkissen abgelegt.
(Möglicherweise blendet Walter Kratner mit den bewusst gesetzten Bildstörungen die Leichenwagen von Bergamo aus.)
pfingstART verzichtet im Jahr 2020 auf alle Veranstaltungen mit Publikum. Konzipiert von >> Walter Kratner und gestaltet von >> Masoud Razavy Pour läuft das Programm in mehreren Folgen und fragt: „Was.Wäre.Wenn?“