Kategorien
Allgemein

#26

pfingstART ONLINE 2020 // KURZE VIDEOS

STEFANIE BROTTRAGER // „Wortbilder“

Bizarre Wortkonzepte von „F-uck“ bis „F-rühling“ (und „F-“ wie „V-aterland“).

Die Künstlerin liebt Worte, Bilder, Wortbilder. Die promovierte Philosophin bezieht ihre Inhalte aus dem Zeitgeschehen. Der Alltag liefert ihr die Impulse. Sie findet, „was es schon gibt“ und benennt es mit Wort und Bild. Sie schafft neue Sprach-Konstellationen durch Abschreiben, Nachsagen und Vorschreiben, Verschieben, Beschreiben und Zeigen.

___________

pfingstART verzichtet im Jahr 2020 auf alle Veranstaltungen mit Publikum. Konzipiert von >> Walter Kratner und gestaltet von >> Masoud Razavy Pour läuft das Programm in mehreren Folgen und fragt: „Was.Wäre.Wenn?“

>> WEITERE KURZE VIDEOS VON: Kornelia Strahlhofer ( >> BLOG 25) | Stefanie Brottrager (>> BLOG #26) | Barbi Markovic (<< BLOG 27) | Franzobel ( >> BLOG 28) | Klaus Paier & Asja Valcic (>> BLOG 29) | Walter Kratner ( >> BLOG 30)| Igmar Jenner ( >> BLOG 31)

>> ZURÜCK ZU PFINGSTART_AKTUELL

>> ZUM KÜNSLER_INNEN INDEX

Kategorien
Allgemein

#25

pfingstART ONLINE 2020 // KURZE VIDEOS

KORNELIA STRAHLHOFER // „Ein Tag“

Über Kabelbinder, Tageszeitungen und eine dicht verwobene textile Welt.

In Zeiten von Post-Virtuality und Internet-Art feiert die Kunst des Webens und Strickens eine Renaissance. In ihren beweglichen Objekten verspinnt die Künstlerin diverse Materialien aus dem Alltag mit Wolle zu freskenartigen Wandteppichen. Das Textilobjekt „Ein Tag“ bedeutet mehrere Monate Arbeit.

Das alte Handwerk Weben lässt mich in längst vergessene Kulturen eintauchen und einen Faden in die Gegenwart spinnen.“ (Zit.: Kornelia Strahlhofer)

___________

pfingstART verzichtet im Jahr 2020 auf alle Veranstaltungen mit Publikum. Konzipiert von >> Walter Kratner und gestaltet von >> Masoud Razavy Pour läuft das Programm in mehreren Folgen und fragt: „Was.Wäre.Wenn?“

>> WEITERE KURZE VIDEOS VON: Kornelia Strahlhofer ( >> BLOG 25) | Stefanie Brottrager (>> BLOG #26) | Barbi Markovic (<< BLOG 27) | Franzobel ( >> BLOG 28) | Klaus Paier & Asja Valcic (>> BLOG 29) | Walter Kratner ( >> BLOG 30) | Igmar Jenner ( >> BLOG 31)

>> ZURÜCK ZU PFINGSTART_AKTUELL

>> ZUM KÜNSLER_INNEN INDEX

Kategorien
Allgemein

#24

MARKUS RAETZ (1941-2020) // „Der Kopf“ (1992)

Eisen und Granit, Höhe: 178 cm

Am Dienstag (14. April 2020)  ist der Maler, Zeichner und Objektkünstler Markus Raetz 78-jährig gestorben. Markus Raetz war ein Meister des leisen Witzes. Seine Kunst lehrt uns die atmosphärischen Feinheiten der Wahrnehmung.

Die Skulptur von Markus Raetz, die in Eggum (Norwegen) steht, verändert sechzehn Male ihre Form und damit auch ihren Inhalt, während man um sie herumgeht. Von einem Standpunkt aus gleicht sie einem klassischen Portrait, von einem anderen aus steht der Kopf auf dem Kopf. Die umgebende Landschaft ist monumental, voller ständig wechselnder Formen und Farben. Das Meer ist der Gegenpol, in den Farben der Jahreszeiten, erfüllt von der Schönheit der Natur und historischen Erinnerungen. Die Skulptur scheint für den Betrachter mit all diesem in Verbindung zu stehen, wenn dieser ihre Platzierung und ihre Bedeutung mit in die Szenerie einbezieht. (Zit.: Maaretta Jaukkuri)

Raetz ist einer der bedeutendsten Schweizer Künstler seiner Generation. Seine Laufbahn begann in der Aufbruchstimmung der 1960er-Jahre in Bern, als Harald Szeemann die Kunsthalle leitete. Schon 1968 und 1972 wurde Raetz an die documenta in Kassel eingeladen. Nach längeren Aufenthalten in Amsterdam (1969–1973) und Carona (Tessin, 1973–1976) sowie ausgedehnten Reisen nach Italien, Ägypten und Tunesien liess er sich 1977 in Bern nieder, wo er bis heute tätig ist. Neben dem Auftritt im Schweizer Pavillon der Biennale von Venedig von 1988 ist der Künstler regelmässig im In- und Ausland in Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten und ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden.

>> ZURÜCK ZU PFINGSTART_AKTUELL

>> ZUM KÜNSLER_INNEN INDEX

Kategorien
Allgemein

#23

CINDY SHERMAN // “ShermanUntitled #414” (2003)

Chromogenic color print Edition 5/6 (147.3 x 99.7 cm)

Cindy Shermans Serie „Clowns“ zeigt nicht die weise-resignativen Spaßvögel aus dem Zirkus, sondern tückische Verführer Marke Hollywood.

Auf die Clowns sei sie gekommen, sagt Sherman, weil sie die vielschichtigen Abgründe eines aufgemalten Lächelns zeigen wollte. Die Abgründe scheinen amerikanischer Natur zu sein. Zweifellos sind sie zunächst very Sherman. Deshalb ist „Clowns“ ihre beste Serie seit langem, die viele ikonische Momente ihrer älteren Arbeiten in sich konzentriert, etwa die unbeholfen inszenierten Hände. Sie gehören, wie die Serie sehr schön zeigt, zum aufgemalten Lächeln. Doch dieses ist nicht das melancholische, weise-resignierte Lächeln, das Europa dem Clown zuschreibt. Shermans Clowns sind Amerikaner, erinnern an Ronald McDonald oder den „Joker“ von Jack Nicholson. Tückische, kommerzielle Verführer oder Hollywood-Clowns, die Angst und Schrecken verkünden.

Sherman selbst spricht in einem Interview mit Isabell Graw davon, dass die Abneigung gegen Clowns in Amerika besonders ausgeprägt sei, weil „sie hier in Werbung, Kindersendungen und Ähnlichem benutzt werden und immer schrecklicher und beängstigender geworden sind“. Nirgendwo also findet sich Pierrot le fou. Glücklicherweise gibt es einmal dieses selige Lächeln. Es bewahrt die Serie vor dem Absturz in die Eindimensionalität.

(Zit.: Brigitte Werneburg, TAZ Berlin)

>> ZURÜCK ZU PFINGSTART_AKTUELL

>> ZUM KÜNSLER_INNEN INDEX

Kategorien
Allgemein

#22

WALTER KRATNER // „Bagdad, 12. Juli 2007“

Ein Bildblock in Öl und Graphit auf Fotografie auf Papier (10 Bildtafeln, 30×40 cm)

Kunst Off Space | „Narrenkastl“, Frohnleiten (>> google map)

Vom 1. Mai bis zum 31. Mai 2020 ist der Schaukasten in der Passage am Hauptplatz in Frohnleiten täglich rund um die Uhr frei zugänglich.

Im gläsernen Schaukasten des „Narrenkastl“ sind 10 überarbeitete und grafisch leicht verfremdete Bildtafeln (>> siehe 3 Einzelbilder) aus einer dokumentarischen Filmsequenz zu sehen. Mit diesem mehrteiligen Bildblock erinnert der Konzept-Künstler Walter Kratner an die Veröffentlichung von Videomaterial, das die Ermordung von 25 Zivilisten während eines amerikanischen Hubschrauber-Angriffs im Irakkrieg 2007 zeigt.

Erregen im Allgemeinen bewegte Bilder wesentlich mehr Aufmerksamkeit, als jegliches gedrucktes Material, ermöglichen die hier ausgestellten „Stills“  einen zweiten, künstlerisch verlangsamten Blick auf die Ermordung von Menschen durch Luftangriffe. Es ist ein erstarrter „Tod“, den der Künstler darstellt. Dick verrinnende, blau-schwarze Ölfarbe schwappt zudem vom Bildrand über die einzelnen Aufnahmen. Walter Kratner verfremdet die „Jagdszenen“, das Bildmaterial der US-Militärs zu einem langen, kalten Blick auf das reale Geschehen einer Kriegshandlung, die in Sekundenbruchteilen mit einem Massaker endete.

Die Veröffentlichung des Videos „Collateral Murder“ im Jahr 2010 führte zur Verhaftung Chelsea Mannings und zu Ermittlungen des US-Justizministeriums gegen Julian Assange. Doch die Kriegsverbrechen, die das Video aufdeckte, brachten sonst niemanden in Schwierigkeiten.

Kuratorin: Ulli Gollesch

ANMERKUNG ZUR FARBE PREUSSISCH-BLAU:

Von den Rändern der Bilder rinnt dickflüssig über die überarbeiteten Fotografien des Bild-Zyklus preußisch-blaue Ölfarbe.

Preußisch Blau enthält chemische, giftige Bestandteile, die auch zur Herstellung von Zyklon B verwendet wurden. So ist die Schönheit der Farbe Blau auch mit Blausäure und mit dem Zylon B zumindest verwandt.

>> SIEHE AUCH: Kai Kupferschmidt „Buch über Blau“ / „Blaue Säure

____________

SIEHE AUCH: >> BezirksREVUE, Graz-Umgebung, Mai 2020 | >> Kronenzeitung, „Fenster zum Krieg“ |

>> ZUM INFO_FOLDER

>> SIEHE AUCH: WALTER KRATNER | >> BLOG 66 (The Trap) | >> BLOG 45 (Hunger is the best source“| >> BLOG 43 („Lampedusa 2 / Fragment“) | >> BLOG 39 („Celan“) | >> BLOG 35 („Broken Book 3“) | >> BLOG 34 (Werkbuch 6) | >> BLOG 30 („Nach der Jagd“) | >> BLOG 22 („Bagdad, 12. Juli, 2007“) | >> BLOG 12 („Werkbuch 5) | >> BLOG 3 („Der Makel“) | >> BLOG 2 („Ceija Stojka, Porajmos“)

>> ZURÜCK ZU PFINGSTART_AKTUELL

>> ZUM KÜNSLER_INNEN INDEX

Kategorien
Allgemein

#21

LOUISE BOURGEOIS (1911 – 2010) // “The Family” (2007)

Gouache auf Papier  // 59,7 x 45,7 cm

„Zeichnungen sind wie Gedankenfedern“, hat die Künstlerin einmal gesagt. „Ich fange sie im Flug und bringe sie zu Papier“.

Louise Bourgeois‘ früheste markanten Kohle- und Tuschearbeiten stammen aus dem Jahr 1947, der Blütezeit ihres zeichnerischen Werks, welches sich zwischen Malerei und Bildhauerei, also an der Schnittstelle zwischen Oberfläche und Raumtiefe dynamisch entfaltet hat. Die wie in Stein gemeißelten, blockhaften Formen lassen sich in Entsprechung der zeitgleich entstandenen senkrechten, statuarischen Stelen der plastischen Werkgruppe Personnages als Personifikationen von nahestehenden, fehlenden Menschen sehen, die Bourgeois mit ihrem Umzug nach Amerika in ihrer französischen Heimat zurückgelassen hatte.

In den späten, 2007 entstandenen Zeichnungen der damals 96-jährigen Künstlerin, scheinen sich Formen zu verselbständigen und zu vervielfältigen, durchdringen sich weibliche und männliche Merkmale in einer schöpferischen Dynamik der Mutationen und Metamorphosen, so dass eindeutige Zuweisungen obsolet werden. Die Vielfalt polymorpher Erscheinungsformen offenbart zugleich die Vielschichtigkeit des von wechselvollen Lebensumständen geprägten Seelenlebens der Künstlerin.

(Zit.: Galerie Karsten Greve, Köln)

>> ZURÜCK ZU PFINGSTART_AKTUELL

>> ZUM KÜNSLER_INNEN INDEX

Kategorien
Allgemein

#20

MARIA LASSNIG (1919–2014) // „Balken im Auge/Trauernde Hände“, 1964

Öl auf Leinwand, 77 x 115 cm

Zurzeit: Hamburger Kunsthalle

In wenig bekannten, eindrucksvollen Bildern verbindet die international renommierte Künstlerin Maria Lassnig den persönlichen Verlust durch den Tod ihrer Mutter mit einer grundlegenden Verunsicherung und Infragestellung ihrer künstlerischen Schaffenskraft.

Was Lassnig so besonders macht, ist ihre Behandlung des weiblichen Körpers als eine Art performatives Terrain oder performativer Raum. Sie arbeitet nach dem Gedächtnis, liegt am Rand der Leinwand oder sitzt in ihrer Mitte. Man hat es hier mit Ansätzen einer poetischen Verräumlichung zu tun, wie man sie auch bei Carolee Schneemann, Valie Export oder Bruce Nauman findet. Lassnig macht die genau richtigen Einsätze beim Spiel um die zeitgenössischen Möglichkeiten der Malerei, sich neue Gebiete der Innerlichkeit zu erschließen. (Zit.: Mark Sadler, Deichtorhallen, Hamburg)

>> ZURÜCK ZU PFINGSTART_AKTUELL

>> ZUM KÜNSLER_INNEN INDEX

Kategorien
Allgemein

#19

ANNE COLLIER // „Woman Crying (Comic) #8” 

C-Print, 126 x 150 cm, 2019

HamburgerKunsthalle // „Trauer“ //  bis 3. Juni 2020

Weinende Frauen sieht man in der Kunst oft – doch wurde diese Tradition in der Moderne von Männern etabliert. Bei Colliers Frauen könnte man deshalb an Picassos berühmtes Gemälde „Weinende Frau“ oder Roy Lichtenstein denken, der seine Weinenden oft als girls bezeichnete.

Trotzdem kann man Colliers Fotografien nicht damit vergleichen. Die New Yorker Künstlerin nähert sich ihren Motiven anthropologisch und geht ganz anders mit dem Bild der Frau um. Allein anhand der abfotografierten Details bekommt man etwa eine Ahnung vom konservativen Milieu der Comics.

Die konzeptuellen Arbeiten von Anne Collier basieren vorwiegend auf gefundenen Materialien aus der Popkultur der 1970er- und 1980er-Jahre; auf Fotos aus Magazinen, Werbebildern, Plattencovern, Buchseiten oder Filmstills. Indem sie die Druckerzeugnisse abfotografiert und diese in neue Kontexte setzt, gelangt Collier zu einer reflektierten Archäologie der Gebrauchsweisen der Fotografie. Dabei interessieren sie vorwiegend jene Bilder, die durch eine emotionale Bildsprache charakterisiert sind: Wellen, Augen, Wolken sowie Fotografien eines romantisierten Sexismus. Mit analytischer Eleganz reflektiert Collier das trügerische Bild, das unseren Alltag prägt und legt dabei die Spannung zwischen dem Abgebildeten und dem Akt des Fotografierens offen.

>> ZURÜCK ZU PFINGSTART_AKTUELL

>> ZUM KÜNSLER_INNEN INDEX

Kategorien
Allgemein

#18

BERLINDE DE BRUYCKERE // „Lost“ (2014)

Ausstellungsansicht: Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, Gand / Gent

Die belgische Künstlerin schildert in einem zeitlosen Moment die Qualen der sterbenden Pferde.

Schockiert und gleichzeitig inspiriert von Bildern gequälter und verendeter Pferde auf den Schlachtfeldern ihrer Heimat im ersten Weltkrieg, hat sich Berlinde de Bruyckere mehr als 10 Jahre lang mit dem Pferdekörper als Sinnbild und Projektionsfläche ihrer Auseinandersetzung mit Leid, Schmerz und Vergänglichkeit beschäftigt.

Lebensgroß an brachialen Eisengestellen hängend, vermitteln uns die offensichtlich malträtierten, teilweise verstümmelten Pferde Objekte einerseits den Schrecken und das Leid des Krieges, andererseits findet sich der Betrachter mit dem eigenen Schmerz, dem eigenen Leid konfrontiert und zur Auseinandersetzung damit aufgefordert.

>> ZURÜCK ZU PFINGSTART_AKTUELL

>> ZUM KÜNSLER_INNEN INDEX

Kategorien
Allgemein

#17

MAURIZIO CATTELAN // „All“ (2007)
Marmor
Ausstellungsansicht:  Kunsthaus Bregenz //  Kurator: Rudolf Sagmeister
Foto: Markus Tretter // © Maurizio Cattelan, Kunsthaus Bregenz

„Im zweiten Stock hat Cattelan das Thema der kollektiven Katastrophe des ersten Stockes wieder aufgenommen.

In Marmor ausgeführt, hat er mit Leinen bedeckte Leichname fein säuberlich aufgereiht. Klassisch anmutende Grabskulpturen, die einerseits durch ihre schönen Formen bestechen und andererseits eindringlich auf die unentrinnbare Möglichkeit des Todes verweisen. Die Liftausgänge sind grau verhüllt, die Temperatur heruntergefahren, es entsteht so der Eindruck einer Grabkammer, die dem Betrachter unwillkürlich die Endgültigkeit des Todes vor Augen stellt.“ (Zit.: Artmagazin, Wolfgang Olz)

>> ZURÜCK ZU PFINGSTART_AKTUELL

>> ZUM KÜNSLER_INNEN INDEX